Bitte keine schnelleren Pferde!

Am September 2022 fand die diesjährige Schweizer Agora für eine automatisierte Mobilität (AUTOMATICAR) in Bern statt. Sie ist fester Bestandteil der zweitägigen Schweizer Mobilitätsarena. Ausgerichtet durch die Mobilitätsakademie des TCS ist die Mobilitätsarena etablierter Treffpunkt für Entscheidungsträger, Innovatoren und Interessierte im Bereich der Mobilität zum aktiven Meinungsaustausch und branchenübergreifenden Dialog. Thomas Sauter-Servaes war in diesem Jahr eingeladen, die Automaticar mit seiner Keynote „Bitte keine schnelleren Pferde! Was die Automatisierung des Strassenverkehrs von Henry Ford lernen kann“ zu eröffnen.

In seinem Beitrag thematisierte Thomas Sauter-Servaes die Frage, ob wir durch automatisches Fahren tatsächlich in ein neues Zeitalter der Mobilität eintreten oder nur die bestehende Pfadabhängigkeit beibehalten. Verändern wir die Mobilität nachhaltig oder machen wir nur das „Richtige im Falschen“? Im Anschluss an die Keynote diskutierte er seine Thesen mit Jürg Wittwer (TCS), Jürg Röthlisberger (ASTRA), Marco Fuster (Bernmobil) und Michael Bützer (Litra) in einem Podiumsgespräch.

Bilder: Mobilitätsakademie des TCS

The car is dead – long live the car!

To discuss the future of the car in the urban context, RFS and the university St. Gallen organized an event with all relevant stakeholders and thought leaders on September 1, 2022. Thomas Sauter-Servaes was invited to join the panel „MaaS as a silver bullet?“ with Vanessa Reiser (BMW), Jörg Beckmann (TCS) and Christa Hostettler (PostAuto)

The car and the future of urban mobility affect us all. For many people owning a car means a deep sense of freedom and positive emotions. But the car is also an increasingly large driver of traffic congestion, greenhouse gas emissions and loss of quality of life in cities. In Switzerland, car traffic accounts for nearly a quarter of total Swiss emissions. And now a perfect storm is forming for the auto industry in the form of higher fuel costs, increasing environmental awareness among the population, and mounting political pressure.

This storm is forcing the auto industry to question its linear business model. The future is uncertain. But the future competitiveness of automotive companies is likely to depend on how quickly they adopt a new, service-oriented approach and shift their focus from pure car manufacturing to developing an ecosystem of integrated mobility services. Both established companies and disruptors are already reshaping the future of urban mobility. Use instead of own is the motto – or mobility as a service. 

Bube, Dame, König, MaaS – Der Autobaustein als Trumpf neuer Mobilitätsangebote

Vom 18. bis 19. Mai 2022 fand in der Messe Friedrichshafen das Forum Automobillogistik von BVL und VDA statt. Unter dem Leitmotto „Heiter bis wolkig. Clouds & Co. für Transparenz und Resilienz“ informierten sich rund 600 Teilnehmer:innen über die neuesten Branchentrends. Thomas Sauter-Servaes zeigte in seiner Keynote zum Abschluss der zweitägigen Veranstaltung auf, welche Rolle das Automobil in zukünftigen Mobilitätskonzepten urbaner Räume spielen kann

Das Forum Automobillogistik ist der jährliche Treffpunkt von Logistikern und Supply-Chain-Managern der Hersteller (OEM) und Lieferanten sowie von Automobilexperten aus Logistik-, IT-, Verpackungs-, Dienstleistungs- und Beratungsunternehmen. Die beiden Veranstalter bieten mit dieser Plattform einen Treffpunkt, um Know-How und Ideen über Funktions- und Unternehmensgrenzen hinweg auszutauschen und persönliche Kontakte zu knüpfen. Die begleitende Fachausstellung und das Angebot an Sponsoringmöglichkeiten ermöglichen den Unternehmen, sich zielgruppenspezifisch zu präsentieren und in angemessenem Rahmen auf ihr Angebotsportfolio aufmerksam zu machen.

Bildquelle: BVL

Nachfragemanagement – Königsweg oder Freiheitsberaubung?

Die Verkehrspolitik hat bisher darauf fokussiert, die ständig wachsende Mobilität durch den Ausbau von Strasse und Schiene zu bewältigen – wobei die Spitzenstunden morgens und abends massgeblich waren. Diese nachfrageorientierte Politik stösst immer mehr an ökologische, raummässige, finanzielle und volkswirtschaftliche Grenzen.

Die Dialog-Plattform Avenir Mobilité lud am 29. April 2022 zum Dialoganlass „Nachfragemanagement“ ins Berner Hotel Bellevue Palace. Vor den Fachreferenten Erwin Wieland (stellv. Direktor, ASTRA), Gery Balmer (Vizedirektor, BAV), Véronique Stéphane (Chefin Personenverkehr, SBB) und Nils Planzer (CEO, Planzer) zeigte Thomas Sauter-Servaes in seinem Inputreferat das Spannungsfeld im Themenfeld Nachfragemanagement auf.

Eine Zusammenfassung der Veranstaltung findet sich auf den Webseiten von Avenir Mobilité.

Life Centered Mobility – Von Plattformen und Ökosystemen

msa_1Am 4. November 2021 veranstaltete der Verband RAILplus zum sechsten Mal den Meterspuranlass, das wichtigste Branchenevent der Meterspur-Bahnen. Im Verkehrshaus in Luzern trafen sich rund 200 geladene Gäste zum Gedankenaustausch.

„Mobilität im Umbruch“ hiess das Leitmotto des diesjährigen Anlasses. Gemeinsam schauten die Teilnehmenden in die Zukunft und erörterten, wohin die Reise wohl gehen wird. Mit Referaten, einer Podiumsdiskussion und frei wählbaren Themenworkshops bestand die Möglichkeit, sich über die neusten Entwicklungen im In- und Ausland sowie über die aktuellen Projekte von RAILplus zu informieren. Ausgangspunkt war ein Blick auf der aktuellen Stand des Klimawandels und welche Bedeutung der Mobilität dabei zukommt.

Prof. Dr.-Ing. Thomas Sauter-Servaes zeigte in seinem Beitrag „Life Centered Mobility – Von Plattformen und Ökosystemen“ den rasanten Wandel in der Mobilitätswelt und dessen Konsequenzen für den Öffentlichen Verkehr auf.

Race to Zero – Hat die Zukunft der Mobilität eine Zukunft?

hmk_01Am 29. Oktober 2021 lud Hessens Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir zum 19. Hessischen Mobilitätskongress als Hybridveranstaltung ein. 600 Teilnehmerinnen und Teilnehmer folgten dieser Einladung vor Ort und digital. Thema des Kongresses waren die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf das Mobilitätsverhalten. Prof. Dr. Antje Boetius vom Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung wies darauf hin, dass jede fünfte Tonne Treibhausgas aus der Mobilität resultiert. Deshalb sei der Verkehrssektor beim Klimaschutz besonders gefordert: „Die soziale, ökonomische und ökologische Innovation der Mobilität macht Zukunft.”

Prof. Dr.-Ing. Thomas Sauter-ServaesMobilitätsforscher von der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, beleuchtete in der zweiten Keynote des Tages den Wandel im Verhältnis der Gesellschaft zum Auto: „Wir haben schon alle Zutaten für ein emotional und funktional überzeugendes Besitzauto-Substitut. Wir müssen nur noch das richtige Mischungsverhältnis finden – und dafür das alte Silodenken überwinden.“

JJJB0897

In der anschliessenden Podiumsdiskussion diskutierten die beiden Impulsredner mit Hessens Verkehrsstaatssekretär Jens Deutschendorf über die verschiedenen Transformationspfade hin zu einer nachhaltigen Mobilität.

JJJB1015

Veranstalter des Mobilitätskongresses ist das Hessische Wirtschaftsministerium, Organisator ist die landeseigene Wirtschaftsförderungsgesellschaft Hessen Trade & Invest GmbH (HTAI).

Bildquelle: Jens Braune del Angel

Und sie bewegt sich doch! Mobilität 2030 auf neuen Wegen?!

uwr_0Und sie bewegt sich doch! Seit der Antike dominierte das geozentrische Weltbild. Massgeblich durch Kopernikus wurde es durch das heliozentrische Weltbild abgelöst – auch weil Visionäre wie Galileo Galilei dieses lautstark proklamierten. Nicht zuletzt durch diesen seinen berühmten Ausspruch.

Im Mobilitätsuniversum zeigen sich durchaus Parallelen. Das offizielle Werbeplakat des 18. Genfer Autosalon im März 1948 zeigte das Auto als Mittelpunkt des klassischen Kompass, der Fixstern, nach dem sich alles richtet bzw. alles ausgerichtet wird. Ein extrem autozentrisches Weltbild, das bis heute unsere Städte prägt. Aber ist dieses Weltbild zukunftsfähig?

Es bewegt sich etwas in der Mobilitätswelt. Das setzt voraus, dass es eine relevante Gruppe von Personen gibt, die etwas «anders» machen wollen. In den vergangenen Jahrzehnten gab es kaum die notwendigen Impulse, die tradierten Verkehrsroutinen zu hinterfragen. Doch nun nimmt die Veränderung spürbar Fahrt auf…

Am 11. Mai war Thomas Sauter-Servaes eingeladen, anlässlich des UWR BrainFood Events der Zurich Versicherungs-Gesellschafts AG die Mobilität der Zukunft zu skizzieren. UWR Brainfood ist eine Lernplattform für die Mitarbeitenden der Zurich, an welcher diese sich in 90 Minuten zu interessanten und spannenden Themen weiterbilden können. Die Events sollen den Mitarbeitenden innovative und inspirierende Denkanstösse geben.

uwr_02

uwr_01

Das Automobil in der Instant-Everything-Erlebnisgesellschaft

vw_idUrbane Automobilität wird bis 2035 einen fundamentalen Rollenwechsel vollziehen: die Charakteristika elektrifiziert, on demand und erlebnisorientiert werden zunehmend von zentraler Bedeutung sein. Ausgehend von der datafication von immer mehr Lebensbereichen im Allgemeinen und des Mobilitätssektors im Speziellen entwickeln sich auf der Basis von Plattform- und Abomodellen neue Strategien für Kundenbindung und Wertschöpfung. Dabei spielt die Öffnung und Verknüpfung bestehender Datensilos eine entscheidende Rolle.

Auch anhand von Beispielen aus anderen Branchen präsentierte Thomas Sauter-Servaes bei seinem Online-Vortrag für die Volkswagen Group Academy mögliche Trendpfade für das individualisierte Ökosystem rund um die (Auto-) Mobilität aufgezeigt. Die Veranstaltung am 2. Juni 2021 fand mit über 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt.

Mischung: Possible! Was uns morgen bewegt

ma_thun_02«Mobilität: Wohin geht die Reise?», so lautete das Thema des 17. Thuner Mobilitätsapéro der Stadt Thun. Am 17 November 2020 diskutierten in der Thuner Westhalle regionale Fachexpertinnen und -experten die Zukunft der Mobilität im Lokalen und Allgemeinen. Mit seiner Keynote «Mischung: Possible! Was uns morgen bewegt» eröffnete Thomas Sauter-Servaes den inhaltlichen Teil der Veranstaltung. In der abschliessenden Podiumsdiskussion brachte er die nationale und internationale Perspektive ein. Aufgrund der Covid19-Pandemie durften in der Westhalle keine Zuschauer anwesend sein. Die Vorträge wurden im Internet gestreamt, während der Podiumsdiskussion konnten live via Slido Publikumsfragen eingebracht werden.

CTRL-SHFT – Shortcuts zur Mobilität der Zukunft

demo2020_01Am 10./11. November 2020 fand in Frankfurt/ Main der 6. Deutsche Mobilitätskongress statt. Eingebettet in die Hypermotion 2020 wurde in diesem Jahr unter dem Motto «Klima, Digitalisierung, Corona – wie gestalten wir zukünftig unsere Mobilität?» mit und zwischen Fachexperten, Wissenschaftlern, Unternehmern und Politikern diskutiert. Thomas Sauter-Servaes präsentierte in der ersten Session des zweiten Konferenztages «Wie gelingt erfolgreiche Mobilität trotz Krise und Klimawandel? Bringt die Digitalisierung eine Lösung? … bekannte Forscher stellen Lösungsansätze vor» seine Vision eines neues curated-coopetition-Paradigmas als Zukunftspfad einer nachhaltigeren Mobilität. Aufgrund der Covid19-Pandemie wurde die Veranstaltung in diesem Jahr erstmals überwiegend digital durchgeführt.

Der Deutsche Mobilitätskongress wird seit 2013 von der Deutschen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft ausgerichtet. Das Forum hat den Anspruch, Anstösse für eine gesellschaftliche Debatte über die Frage eines gleichermassen ökonomisch, ökologisch wie sozial verantwortbaren Verkehrs und einer nachhaltigen Mobilität zu geben.

Die Grenzen zwischen Logistik, Mobilität, Infrastruktur, Verkehr und Transport lösen sich auf. Es entstehen neue, vernetzte, integrierte und multimodale Systeme und Lösungen. Um diese Veränderungen abzubilden und ihre Auswirkungen auf Wirtschaft und Gesellschaft zu diskutieren, hat die Messe Frankfurt die Hypermotion gelauncht. Die Hypermotion ist die erste Plattform für die digitale Transformation als übergeordnetes Leitthema, über alle Verkehrsträger hinweg. Die Hypermotion findet unter der Schirmherrschaft des deutschen Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie des Bundeslandes Hessen statt.