Die Automobilindustrie boomt, doch der Veränderungsdruck wächst. Neue Nutzungsformen, rasante Digitalisierung und steigende Umweltstandards stellen die Branche vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig drängen neue Akteure aus China und dem Silicon Valley aggressiv auf den Markt. Ohne tiefgreifenden Wandel ist die Zukunft der deutschen Automobilhersteller massiv gefährdet. Um zu verhindern, dass der erforderliche Umbruch zu Lasten von Beschäftigen und Standorten geht, müssen Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen den Wandel mit einem Zukunftspakt für Mobilität gestalten.
Die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat sich dieser Frage angenommen. mobilecular unterstützte das Projekt durch seine Analyse des globalen Automarkts und beteiligte sich an der Erarbeitung der Trendeinschätzungen. Auch begleitete Thomas Sauter-Servaes das FES-Team bei Stakeholder-Gesprächen in Schanghai und Peking.
Der Zeitpunkt für einen Zukunftspakt für Mobilität ist jetzt. China und das Silicon Valley schaffen Fakten. Globale Megatrends erhöhen den Druck. Die deutsche Automobilbranche ist seit Jahren auf Expansionskurs, verfügt also über die nötigen finanziellen Mittel für eine solch tiefgreifende Transformation. Zeit zu zögern bleibt nicht. Sonst könnte das Erfolgsmodell deutsche Automobilindustrie schon bald Geschichte sein.
Die komplette Studie ist online verfügbar.

Dr. Thomas Sauter-Servaes, Mobilitätsforscher und Leiter des Studiengangs Verkehrssysteme an der ZHAW School of Engineering, erklärt im Interview mit der 
Dreimal jährlich informiert die
Am 22. Oktober lautete das Thema der 
„Jeder von uns wünscht sich eine uneingeschränkte individuelle Mobilität. Verkehrsüberlastungen, überfüllte Züge und der ungebremste Ressourcenverbrauch machen aber auch deutlich, dass ein weiteres unkontrolliertes Wachstum des Mobilitätsaufkommens zum Kollaps führen wird. Welche Wege müssen wir daher für die Zukunft einschlagen? Ist das selbstfahrende Auto die Lösung für mehr Sicherheit und zur Vermeidung von Staus? Ist das Car Sharing eine echte Alternative zum eigenen Fahrzeug oder raubt es uns Flexibilität und Status? Welche Auswirkungen hat die Mobilität von morgen auf unsere individuelle Freiheit und auf unsere Wirtschaft?“
Auf Einladung von Tuncay Özdemir, Leiter Automotive bei der Zürich Versicherungs-Gesellschaft AG präsentierte Thomas Sauter-Servaes am 27. September 2017 seine Einschätzung zu den Perspektiven der Versicherungswirtschaft im Automobilmarkt der Zukunft. Vor ausgewählten Vertretern der Automobilwirtschaft und aus dem Hause der Zurich Autoversicherung machte er in seinem Impulsvortrag deutlich, welche Bedeutung das neue Kooperations-Paradigma in der (Auto-)Mobilität erlangen wird und dass die digitalen Ökosysteme rund um das Automobil eine entscheidende Rolle bei der Umsatzgenese von morgen spielen werden. Dies wurde im Referat an Fallbeispielen illustriert und in der anschliessenden Diskussion weiter vertieft.
Bild: Markus Forte
Experten prognostizieren für die nächsten fünf Jahre einen stärkeren Umbruch im Mobilitätsbereich als in den letzten 50 Jahren. Getrieben wird dieser Wandel durch verschiedene Trends. Neben einem Wertewandel junger Menschen und verstärkter Sharing-Economy sorgt die Digitalisierung im Mobilitätsbereich für neue Geschäftsmodelle. Die Nutzung von Echtzeitdaten erleichtert die Nutzung von Sharing-Services (Carsharing und Fahrradverleihsystemen) und erweitert das Angebot von multimodalen Dienstleistungen.