Die große Nullnummer – Effizienzillusion einer digitalisierten Mobilität

Hervorgehoben

ams_01In jedem Jahr lädt die renommierte deutsche Automobil-Zeitschrift „auto motor und sport“ zum AMS-Kongress Mobilität der Zukunft ein. 2018 versammelten sich zum neunten Mal führende Köpfe der Autobranche, Experten und Visionäre der Mobilität in Stuttgart, um einen Tag lang über die neuesten Entwicklungen zu diskutieren. Mit dabei war Thomas Sauter-Servaes, der in seinem Abschlussvortrag „Die große Nullnummer – Effizienzillusion einer digitalisierten Mobilität“ gängige Denkweisen hinterfragte.

Digitalisierung und Robotisierung werden in den kommenden Jahren den Strassenverkehr revolutionieren. Die grosse Hoffnung ist dabei, die Ineffizienzen der gegenwärtigen Automobilität massiv zu senken. Versprochen wird nicht weniger als das Second Car Age, die Neuerfindung des Automobils.

Wäre diese Innovation eine Fachzeitschrift, befänden wir uns gegenwärtig im Stadium der so genannten Nullnummer: Eine allererste Ausgabe, die vor der eigentlichen Markteinführung erscheint und noch nicht käuflich erworben werden kann, wird zur optischen Veranschaulichung präsentiert und soll helfen, (Anzeigen-)Kunden zu werben. Dieses Hochglanz-Schaulaufen ist momentan in vollem Gange.

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Die Nullnummer steht in diesem Fall aber auch für das Kernziel-Triumvirat des neuen Auto-Zeitalters: null Verkehrstote, null Emissionen, null Stau. Das Erreichen dieser „Vision tripe-zero“ könnte die städtische Lebensqualität auf ein bislang unerreichbares Niveau heben.

Doch auch dann droht noch eine Nullnummer im Sinne eines komplett erfolglosen Vorhabens. Denn erfolgt diese Transformation des Verkehrssystems ungesteuert, haben der leichtere Zugang automatisch verkehrender Taxiservices, deren hohe Verfügbarkeit und deutlich fallende Mobilitätspreise ein steigendes Fahrtenaufkommen und zunehmende Beförderungsweiten zur Folge. Nur wenn diese Reboundeffekte durch eine aktive Gestaltung des Gesamtsystems Verkehrs eingedämmt werden, wird die schöne neue Mobilitätswelt nicht zu einer Huxleyschen Dystopie.

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Trends in der Mobilität – Ist Ihre Unternehmung fit?

bielAm 13. März 2018 fand in Biel der von mobiclick durchgeführte Mobilitätsapéro für Unternehmen statt. mobiclick ist eine Initiative von Gemeinden der Region Biel zur Förderung der nachhaltigen Mobilität. Das Projekt ist Teil des Agglomerationsprogrammes Biel und soll dazu beitragen, dessen Ziele zu erreichen: eine Stabilisierung des motorisierten Individualverkehrs sowie eine Umlagerung des Verkehrszuwachses auf öffentliche Verkehrsmittel sowie auf den Fuss- und Veloverkehr.

Das Programm mobiclick umfasst verschiedene Projekte im Bereich des Mobilitäts­mana­gements. Unter diesem Begriff werden Massnahmen zusammengefasst, die mehrheitlich den Charakter einer Dienstleistung aufweisen und sich damit von raum- und verkehrs­planerischen Instrumenten zur Steuerung der Mobilität unterscheiden. Dank Informationen und Beratungen soll die Bevölkerung zu einem effizienteren Mobilitätsverhalten moti­viert werden. Ausserdem lanciert mobiclick zusammen mit weiteren Partnern Projekte für spezifische Zielgruppen. Oberstes Ziel ist die Förderung umweltgerechter Verkehrsmittel und der effizientere Umgang mit dem Auto.

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Anlässlich des Mobilitätsapéros war Thomas Sauter-Servaes eingeladen, in der Keynote die Chancen und Herausforderungen für Unternehmen in der zukünftigen Mobilitätswelt aufzuzeigen. Die Mobilität der Zukunft und ihre Bedeutung für die Unternehmen der Region sollte dabei vor dem Hintergrund der Eröffnung des Autobahnabschnitts Ostast am Mobilitätsapéro für Unternehmen am 13. März 2018 in Biel diskutiert werden. Eingeladen waren Unternehmen aus Biel und der Region.

Transformation by Disaster? Die Zukunft der deutschen Automobilindustrie

fesDie Automobilindustrie boomt, doch der Veränderungsdruck wächst. Neue Nutzungsformen, rasante Digitalisierung und steigende Umweltstandards stellen die Branche vor enorme Herausforderungen. Gleichzeitig drängen neue Akteure aus China und dem Silicon Valley aggressiv auf den Markt. Ohne tiefgreifenden Wandel ist die Zukunft der deutschen Automobilhersteller massiv gefährdet. Um zu verhindern, dass der erforderliche Umbruch zu Lasten von Beschäftigen und Standorten geht, müssen Politik, Unternehmen, Gewerkschaften und Kommunen den Wandel mit einem Zukunftspakt für Mobilität gestalten.

Die deutsche Friedrich-Ebert-Stiftung (FES) hat sich dieser Frage angenommen. mobilecular unterstützte das Projekt durch seine Analyse des globalen Automarkts und beteiligte sich an der Erarbeitung der Trendeinschätzungen. Auch begleitete Thomas Sauter-Servaes das FES-Team bei Stakeholder-Gesprächen in Schanghai und Peking.

Der Zeitpunkt für einen Zukunftspakt für Mobilität ist jetzt. China und das Silicon Valley schaffen Fakten. Globale Megatrends erhöhen den Druck. Die deutsche Automobilbranche ist seit Jahren auf Expansionskurs, verfügt also über die nötigen finanziellen Mittel für eine solch tiefgreifende Transformation. Zeit zu zögern bleibt nicht. Sonst könnte das Erfolgsmodell deutsche Automobilindustrie schon bald Geschichte sein.

Die komplette Studie ist online verfügbar.

Autocalypse now? Autonomes Fahren ändert alles

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Digitalisierung, Elektrifizierung und Robotisierung führen zu einer revolutionären Transformation des Verkehrssektors – und das wahrscheinlich viel schneller als bisher angenommen.

Die Grenzen zwischen öffentlichem und individuellem Verkehr verschwimmen, disruptive Startups nutzen die großen Effizienzdefizite für innovative Geschäftsmodelle, Mobilität wird bedeutend kostengünstiger als bisher. Mit welchen Auswirkungen auf Leben und Lebensräume?

Zusammen mit weiteren Entwicklern, Betreibern und Nutzern zukünftiger Verkehrssysteme wollen die beiden Ingenieurvereine VDI und VDE, zu denen allein in der Region Ostwestfalen-Lippe (OWL) über 4.000 Ingenieurinnen und Ingenieure zählen, dieser Frage auf den Grund gehen und Impulse für die Gestaltung menschen- und umweltgerechter Mobilität für OWL erarbeiten.

Anlässlich der VDI- und VDE-Initiative „Stadt:Denken – Stadt der Zukunft“ hatten die beiden Ingenieurvereine VDI OWL und VDE OWL im Rahmen der 14. Auflage der renommierten ing.meet.ing-Veranstaltung am 13.12.2017 zur Diskussion geladen. Vor 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmern in der Bielefelder Stadthalle erläuterte der diesjährige Festredner Thomas Sauter-Servaes, dass die Neuausrichtung der Mobilität zu den großen Herausforderungen unseres zukünftigen Zusammenlebens gehört. Schon in wenigen Jahren wird der individuelle Autoverkehr, wie wir ihn kennen, der Vergangenheit angehören.

Details zur Veranstaltung finden sich in der Pressemitteilung von VDI/VDE sowie auf der Webseite des VDI.

Bilder: VDI OWL, Fotografie Hanna Retz

 

Mit neuen Wagen Neues wagen?! Einblicke in die Mobilitätswelt von morgen

ubs„Jeder von uns wünscht sich eine uneingeschränkte individuelle Mobilität. Verkehrsüberlastungen, überfüllte Züge und der ungebremste Ressourcenverbrauch machen aber auch deutlich, dass ein weiteres unkontrolliertes Wachstum des Mobilitätsaufkommens zum Kollaps führen wird. Welche Wege müssen wir daher für die Zukunft einschlagen? Ist das selbstfahrende Auto die Lösung für mehr Sicherheit und zur Vermeidung von Staus? Ist das Car Sharing eine echte Alternative zum eigenen Fahrzeug oder raubt es uns Flexibilität und Status? Welche Auswirkungen hat die Mobilität von morgen auf unsere individuelle Freiheit und auf unsere Wirtschaft?“

Diese und ähnliche Fragen formulierte die UBS als Ausgangspunkt für das zweitägige UBS Innovation Forum „Autocalypse now? Weichenstellungen für die Mobilität von morgen“ in Ermatingen. Als Referenten waren u.a. Frank M. Rinderknecht, Prof. Dr. Kay W. Axhausen, Daniel Wiener und Wim Ouboter geladen. Den zweiten Tage eröffnete Thomas Sauter-Servaes mit seinem Impulsreferat „Mit neuen Wagen Neues wagen?! Einblicke in die Mobilitätswelt von morgen“, in dem er die neuen Potenziale und Ökosysteme der Mobilität im Allgemeinen und der Automobilität im Speziellen skizzierte.

Second Car Age – Über die verkehrliche Neuformatierung der Stadt

adac2017_tsauseExperten prognostizieren für die nächsten fünf Jahre einen stärkeren Umbruch im Mobilitätsbereich als in den letzten 50 Jahren. Getrieben wird dieser Wandel durch verschiedene Trends. Neben einem Wertewandel junger Menschen und verstärkter Sharing-Economy sorgt die Digitalisierung im Mobilitätsbereich für neue Geschäftsmodelle. Die Nutzung von Echtzeitdaten erleichtert die Nutzung von Sharing-Services (Carsharing und Fahrradverleihsystemen) und erweitert das Angebot von multimodalen Dienstleistungen.
Im Zuge des ADAC Verkehrsforums 2017 in Düsseldorf sollten die Chancen und Risiken für Städte und Gemeinden thematisiert und anhand konkreter Praxisbeispiele erläutert werden, um so als Grundlage für mögliche Handlungsstrategien von morgen zu dienen. Thomas Sauter-Servaes war eingeladen, im Rahmen eines halbstündigen Impulses und in der anschliessenden Podiumsdiskussion seine Einschätzungen von der wahrscheinlichen und wünschenswerten Mobilität der Zukunft zu formulieren.

Bildquelle: ADAC/Rüdiger Fessel 

Taxi to the Future – Effekte der Digitalisierung & Robotisierung auf den Verkehr von morgen

alp_06Die AlpTransit (ATG) ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Schweizerischen Bundesbahnen (SBB) mit Sitz in Luzern und Aussenstellen in Altdorf, Sedrun und Bellinzona. Die ATG ist Bauherr der neuen Eisenbahn-Alpentransversale, Achse Gotthard, mit den Basistunnels am Gotthard und Ceneri und verwirklicht damit eine umweltfreundliche Flachbahn durch die Alpen. Im Rahmen der diesjährigen Fachexkursion der ATG visualisierte Thomas Sauter-Servaes den rund 150 geladenen Teilnehmern die Auswirkungen von Digitalisierung und Robotisierung auf den Verkehr von morgen. Im Ausstellungsraum des Zürich HB, einem Teil der ursprünglich für die Autobahn geplanten Tunnelröhre, legte er dabei einen besonderen Fokus auf die Effekte dieser Trends auf den Schienenverkehr.

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Smart City oder Cart City – Über die Neuformatierung der Stadt

Am bs8. Mai 2017 veranstaltete die B+S AG die erste Ausgabe ihrer Veranstaltungsreihe B+S Impuls-Event. Als erster Impulsgeber war Thomas Sauter-Servaes eingeladen, den anwesenden Planern und Ingenieuren seine Vorstellungen von der Mobilität der Zukunft zu erläutern. In der Giesserei Oerlikon diskutierten Referent und Teilnehmer, inwieweit die innovativen Mobilitätsformen ein Überangebot an Verkehrsräumen zur Folgen haben werden. Deren Umnutzung kann neue Perspektiven schaffen für eine stadträumliche Aufwertung. Welche Chancen und Risiken ergeben sich daraus für die Stadtgestaltung? Was sind die Herausforderungen in diesem Neuordnungsprozess für eine nachhaltige Steigerung der innerstädtischen Lebensqualität?
Wo und wie tragen wir als Planer zur Umsetzung bei? Beim anschliessenden Apéro diskutierten die Partner und Kunden der B+S AG bis in den frühen Abend hinein intensiv weiter.

Aufbruch ins Zeitalter der Permamobilität – Wer und was uns in Zukunft bewegt

Die Casinocasinotheater Gesellschaft Burgdorf stellt jedes Jahr ein kleines, feines Vortragsprogramm zusammen. Der Verein führt dabei jeweils im Winterhalbjahr einen Veranstaltungszyklus von 8 Anlässe pro Saison durch. Das Themenspektrum ist relativ breit. Referenten aus Wissenschaft, Literatur, Wirtschaft etc. sind in loser Reihenfolge zu Gast. Die Form der Anlässe ist variabel (Vorträge, Filme, Lesung, u.a.). Als Veranstaltungslokal dient das Theater Z an der Hohengasse 2 in der Altstadt von Burgdorf.

Am 13. März 2017 war Thomas Sauter-Servaes geladen, um den Gästen einen Überblick über die zukünftige Mobilität zu geben. Digitalisierung und Robotisierung werden in den kommenden Jahren die urbane Mobilität stark verändern – und das voraussichtlich schneller als bislang erwartet. Innovative Mobilitätsdienstleistungen revolutionieren dabei insbesondere den individuellen Strassenverkehr. Der Vortrag erläuterte die diversen Entwicklungspfade, die der Trend zur Vernetzung und zum autonom fahrenden Vehikel bezüglich Fahrzeuggestaltung und -einsatz, Raumwiderstand und -planung sowie des Gesamtverkehrssystems induziert.

Raumgleiter statt Staubereiter? Szenarien des individuellen öffentlichen Verkehrs von morgen

vbz_01Anlässlich des VBZ-Unternehmensevents am 13. Dezember 2016 im Zürcher Hotel Spirgarten wurde den gut 300 Kaderangehörigen die neue Unternehmensstrategie 2017-2021 der VBZ vorgestellt. Um den Kaderangehörigen auch das Umfeld und die Trends in der Mobilität von morgen und übermorgen aufzeigen, präsentierte Thomas Sauter-Servaes unter dem  Motto „Raumgleiter statt Staubereiter? Szenarien des individuellen öffentlichen Verkehrs von morgen“ seine Perspektive auf Rolle und Ausgestaltung des öffentlichen Verkehrs in den kommenden Jahren. Wichtiger Bestandteil seiner Ausführungen waren die zu erwartenden Verschmelzungen und Synergien zwischen öffentlichem und individuellem Verkehr. Diese machen eine klare Trennung dieser Verkehre, wie sie heute noch etabliert ist, zukünftig hinfällig. Hieraus erwachsen grosse Chance für die effizientere Abwicklung des Verkehrsaufkommens – aber auch grosse Risiken für die heutigen Akteure und die Bildung von Reboundeffekten. Der provokante Vortrag bot entsprechend ausreichend Gesprächsstoff für den anschliessenden Apéro.