Vortrag DMK 2014: MobilityOS oder Das Ende der Verkehrsmittelwahl

dmk2014Die Digitalisierung aller Lebensbereiche hat immer stärkere Auswirkungen auf den Mobilitätssektor. Mit der rasanten Verbreitung leistungsstarker Smartphones gewinnen digitale Werkzeuge für die persönliche Mobilitätsplanung schnell an Bedeutung.

Dominierten zunächst simple monomodale Fahrplanauskünfte auf Grundlage statischer Informationen die Online-Auskunftssysteme, basieren die digitalen Mobilitätsassistenten heute zunehmend auf multimodalen Echtzeitdaten und inkludieren erste Ticketing-Services. One-Stop-Shops wie Daimlers moovel machen multimodales Verkehrsverhalten insbesondere in urbanen Räumen zu einer attraktiven Alternative zum Dasein als MIV-Captive.

Das präsentierte Szenario geht von der Annahme aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und der Funktionsumfang der digitalen Berater wie die Anzahl der integrierten Mobilitätsangebote weiter ansteigen werden. Der entscheidende Evolutionsschritt, der für die nahe Zukunft erwartet wird, ist jedoch der Übergang von nur Verkehrsdienstleistungsangeboten bündelnden Integrator-Services zu auf die individuellen Mobilitätswünsche ausgerichteten Curator-Apps.

Zielvision dieser neuen Assistenzsysteme ist die Reduzierung der gegenwärtigen Informationsflut auf tatsächlich nutzerspezifische Mobilitätslösungen. Dabei lernt der persönliche Kurator aus vorherigem Mobilitätsverhalten, bezieht Wetter- und Terminkalenderinformationen in die Planung ein und achtet auf ein selbstbestimmtes Ziel im Hinblick auf den verkehrsspezifischen Klimafussabdruck. Wer möchte, kann die Verkehrsmittelwahl letztlich vollständig seinem persönlichen Mobilitätsbetriebssystem überlassen – und konzentriert sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.

Schubumkehr – Die Zukunft der Mobilität

schubumkehr_2Ende November erscheint das neue Buch „Schubumkehr – Die Zukunft der Mobilität“ des Mobilitäts- und Zukunftsforschers Prof. Dr. Stephan Rammler. Rammler zeichnet darin das Bild einer Zukunft mit innovativen Technologien, klugen ökonomischen Strategien und einer veränderten politischen Kultur.

Im Futurpedia-Kapitel wird dieses Bild anhand anschaulicher Fallbeispiele konkretisiert. Thomas Sauter-Servaes war massgeblich beteiligt an deren Erstellung.

Weiter Informationen und der Link zu einer Leseprobe finden sich auf dem Verkehrssysteme-Blog der ZHAW School of Engineering.

Cargo-Velo-Camp 2014 – Zukunftsbilder für das Lastenrad

carve_startCargobikes sind inzwischen nicht nur in Fahrradmetropolen wie Copenhagen, Amsterdam oder Münster ein alltäglicher Anblick. Im privaten oder betrieblichen Einsatz sind sie immer häufiger in vielen europäischen Innenstädten zu sehen. Thomas Sauter-Servaes war eingeladen, unter dem Motto „CarVing the Future“ im Rahmen des ersten Cargo-Velo-Camps (CarVe 2014) am 2. September in Bern seine Szenarien vom urbanen Verkehr der Zukunft und die daraus folgenden Rahmenbedingungen für das Cargobike zu präsentieren. Welche Auswirkungen haben beispielsweise Digitalisierung, Downsizing und Do-it-yourself auf den neuen urbanen Mobilitätsbaustein?  Gemeinsam mit internationalen Experten wurden die neuesten Trends rund um das Cargo-Velo diskutiert und welcher Veränderungen es bedarf, um Personen- und Gütertransport in Städten zukünftig nachhaltiger zu gestalten.

Alle weiteren Details zu der Veranstaltung finden Sie unter www.cargo-velo-camp.ch.

World Wide Mobile – Effekte des „digital shift“ auf die Mobilität

difu_plakatJunge Stadtbewohner sind weniger autogebunden. Sie kombinieren flexibel Verkehrsangebote und suchen sich dafür passende Dienste. Auf diese Nachfrage treffen neue Mobilitätsdienstleistungen mit Web- und App-Unterstützung, die den Markt für Verkehrsdienstleistungen nachhaltig beeinflussen. Welche Auswirkungen haben solche Dienste auf die Mobilitätskultur und ÖPNV? Wo sindKommunen zum Handeln gefordert? Müssen sie stärker als bisher Daten öffentlich zugänglich machen oder den Datenschutz stärker wahren?

Im Rahmen der Vortragsveranstaltung „Difu-Dialog“ stellte Thomas Sauter-Servaes die Ergebnisse verschiedener Studien zum Trend neuer, urbaner Mobilitätsdienstleistungen vor und diskutierte diese mit den rund 80 Teilnehmern der Veranstaltung.

cocomo 2014 – Kreative Idee für die Mobilität von morgen

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Im Vorfeld des diesjährigen World Collaborative Mobility Congress 2014 der Mobilitätsakademie fand erstmalig das College for Collaborative Mobility statt. Studierende aus sechs Nationen suchten dabei in einem zweitägigen Workshop nach innovativen Ideen für kollaborative Mobilitätsdienstleistungen. Thomas Sauter-Servaes unterstützte den Workshop in Bern als Supervisor.

Finanziell unterstützt durch die Schweizerische Post AG hatten die Studierenden die Möglichkeit, praxisnahe Konzepte für die Sharing Mobility zu erarbeiten. Am Ende standen drei Gestaltungsansätze, welche die künftigen Verkehrsexperten am zweiten Tag der wocomoco-Veranstaltung den Kongressteilnehmern präsentierten. Vom geteilten Cargobike über ein Social SharedBike Concept bis zur urbanen Interpretation des Netjets-Geschäftsmodells gaben die Studierenden spannende Denkimpulse für die weitere Diskussion.

Mobilitätskuratoren für die Data Natives – Keynote Address anlässlich des UITP Policy Board Meetings

uitp_200_02Im Rahmen des regulären UITP Policy Board Meetings Ende April 2014 in Abu Dhabi war Thomas Sauter-Servaes eingeladen, die Delegierten über die neuesten Services und Forschungen im Themenfeld „Multimodale Mobilitätsdienstleistungen“ zu informieren. Gemeinsam mit Martyn Briggs vom britischen Beratungsunternehmen Frost&Sullivan zeigte er die heutigen Ausprägungen multimodaler Kooperationen auf und skizzierte kurz- bis mittelfristige Entwicklungspfade für ÖV-Unternehmen, Automobilhersteller und Branchen-Newcomer.

Elementare Schlüsselfaktoren multimodaler Dienstleistungen sind die Aspekte „Trusting“ und „Connecting“. Egal ob es sich um professionelle Services oder Peer-to-Peer-Angebote handelt. Gegenwärtig sind unterschiedliche Ausgestaltungen bzw. Umsetzungen dieser Faktoren in multimodalen Mobilitätslösungen zu beobachten. Ausgehend von deren Analyse fokussierte der Vortrag auf die zukünftige Bedeutung von Daten als anteiligem Entgeltsubstitut und den Übergang von Integratoren- auf Kuratoren-Konzepte. Im Anschluss wurden die Ansätze in einer Paneldiskussion mit Experten aus den UITP-Mitgliedsunternehmen intensiv diskutiert.

Gamechanger der Mobilität

t-systems_artikel„Im Bereich Mobilität lassen sich spannende Entwicklungen ausmachen. Ein wichtiger Trend ist sicherlich das Carsharing. Neben den Angeboten der Autohersteller und der Deutschen Bahn haben sich hier auch Peer-to-peer-Konzepte auf Konsumentenebene etabliert. Mithilfe spezieller Online-Plattformen lassen sich problemlos auch Privatautos auf Carsharing-Basis vermieten.

Damit werden Fahrzeuge effektiver genutzt, etwa während langer Stehzeiten. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Carsharings ist die gute Nutzbarkeit der Angebote: Per App finde ich mein Auto, kann es ohne Schlüssel öffnen, und die Abrechnung funktioniert auch automatisch. Dieser Wunsch nach unkomplizierter Mobilität wird wichtiger, gerade wegen der hohen Smartphone-Nutzung. Das Handy dient dabei als „Personal Travel Assistent“. Eine App zeigt nicht nur den schnellsten Weg, sondern bietet die Möglichkeit, alle Reservierungen, das Rufen eines Taxis oder den Ticketkauf zu erledigen. Langfristig wird so der Besitz eines Autos gerade im urbanen Raum zum Auslaufmodell.“

Den vollständigen Artikel von Thomas Sauter-Servaes  finden Sie im T-Systems-Magazin.

„Mein Auto, kein Auto“ – mobilecular im 3sat-Interview

3sat-mobilecularIst Carsharing die Zukunft der Mobilität? Ist diese Form der Mobilität schon heute eine tragfähige Alternative? Diese Fragen hat sich der Filmemacher Christian Bock in seiner 45-minütigen Wissenschaftsdokumentation „Mein Auto, kein Auto“ für den Sender 3sat gestellt. Fachlich unterstützt wurde die Dokumentation von Thomas Sauter-Servaes, der im Film auch als Experte interviewt wird.

Die vollständige Sendung „Mein Auto, kein Auto“ ist in der 3sat-Mediathek als Stream abrufbar.

PT Reloaded: Innovative Ideen für den Öffentlichen Verkehr von Bahrain

bahrain_mobilecularDie Rahmenbedingungen für den öffentlichen Verkehr in Bahrain sind schwierig. Benzin kostet in etwa den gleichen Preis wie abgefülltes Trinkwasser. Im Sommer machen Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit jede Bewegung ausserhalb klimatisierter Räume zu einer schweisstreibenden Angelegenheit. Gleichzeitig liegt die Autoverfügbarkeit auf extrem  hohem Niveau: durchschnittlich kann jeder Haushalt auf rund 2,5 Fahrzeuge zurückgreifen.

Allerdings hat auch im Inselstaat Bahrain das Umdenken begonnen. Das Leitbild privat-massenmotorisierter Mobilität wird zunehmend hinterfragt, seit das Verkehrsaufkommen  in den Hauptverkehrszeiten zu langen zeitraubenden Staus führt.

Die Kingdom University Bahrain hat unter der Führung von Asst. Prof. Dr. Hesham El Marsafawy nun eine Initiative angestossen, die sich die Entwicklung innovativer Konzepte für den öffentlichen Verkehr zum Ziel gesetzt hat. Dafür sollen Best-Practice-Erfahrungen aus der ganzen Welt genutzt werden. Um diese internationale Perspektive einzubinden, wurden das Institut für Transportation Design der HBK Braunschweig in Deutschland sowie der Studiengangleiter Verkehrssysteme der ZHAW School of Engineering eingeladen, das Vorhaben beratend zu unterstützen.

Erstes Ergebnis der geplanten Zusammenarbeit war ein fünftägiger Workshop in Bahrain. Ein interdisziplinäres Team bestehend aus Architekten, Ingenieuren, Designern, Stadtplanern und anderen Fachdisziplinen erkundete zunächst gemeinsam den aktuellen Status Quo des örtlichen Linienbussystems, bevor es auf der Grundlage verschiedener Fachinputs erste Lösungsansätze erarbeitete. In den kommenden Wochen werden die Konzeptideen vertieft. Anschliessend soll ein Projektantrag eingereicht werden.

Die Schweizer Zeitung „20 Minuten“ hat über das Projekt in einem Artikel berichtet.

Bahn bleibt billiger – auch bei grenzüberschreitenden Städteverbindungen ist der Flieger teurer

vcd_cover_bahntest2013Kurztrip, Urlaub oder Geschäftsreise – in beliebte europäische Metropolen fliegen viele Deutsche, anstatt mit der Bahn zu reisen. Aus ökologischer Sicht, aber auch mit Blick auf den Preis – eine Fehlentscheidung. Das zeigt der aktuelle Bahn-Flug-Preisvergleich des ökologischen Verkehrsclubs VCD.

374 fiktive Reisen auf elf Strecken in benachbarte Länder hat der Mobilitätsforscher der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften, Thomas Sauter-Servaes, im Auftrag des Verkehrsclub Deutschland (VCD) getestet. Berücksichtigt wurden dabei verschiedene Reisetypen mit Bahn und Flugzeug und auch unterschiedliche Vorlaufzeiten der Ticketbuchung. Analog zum Test auf innerdeutschen Strecken aus dem Vorjahr (siehe VCD Bahntest 2012) konnte die Bahn erneut deutlich den Preisvergleich für sich entscheiden. In 93 Prozent der Reisen ist das Bahnfahren günstiger als Fliegen. Der durchschnittliche Flugpreis ist doppelt so hoch wie der Bahnpreis. Damit wird bestätigt, ob innerdeutsch oder europäisch, auf Kurzstrecken ist die Bahn im Preisvorteil.

Die vollständige Studie finden Sie hier.

In der Presse wurden die Ergebnisse des Preisvergleichs umfangreich dokumentiert und diskutiert. Unter anderem berichteten die Frankfurter Allgemeine Zeitung, Focus Online und sueddeutsche.de.