mobilecular berät Verkehrsausschuss des Dt. Bundestages

nz-anhoerung_01Im europäischen Nachtzugverkehr ist seit einiger Zeit eine existenzgefährdende Abwärtsspirale zu beobachten. Nachdem sich die SBB schon im Jahr 2000 aus dem ursprünglich von SBB, ÖBB und DB gegründeten Kooperationsprojekt City Night Line (CNL) und dem Nachtzugverkehr insgesamt verabschiedet hat, fährt die ursprünglich für ihre „swissness“ gerühmte Nachtzugmarke CNL heute unter alleiniger Federführung der DB AG einem schleichenden Tod auf Raten entgegen. Bereits in der Vergangenheit wurde das Streckennetz stufenweise deutlich reduziert, zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 entfielen nun die Relationen Basel/Amsterdam/Prag – Kopenhagen sowie Hamburg/Berlin/München – Paris.

Vor diesem Hintergrund wurde in der Öffentlichen Anhörung des Verkehrsausschusses des Deutschen Bundestages am 14.01. in Berlin über die Zukunft des Nachtzugs und der möglichen Einflussnahme der Politik beraten. Thomas Sauter-Servaes unterstützte den Prozess als geladener Sachverständiger. Die vollständige Stellungnahme sowie alle Einschätzungen der Experten finden sich ebenso im Internet wie die Pressemitteilung des Bundestags und die Berichterstattung in der Presse (z.B. TAZ).

BICAR – innovativer Baustein der urbanen Mobilität von morgen

strassenverkehr_schweiz_2015Die Mobilitätswelt 2020 wird nicht vollkommen anders aussehen als heute. Fliegende Autos sind ebenso wenig in Sicht wie die kollektive Einsicht zum Komplettumstieg auf umweltfreundliche Verkehrsalternativen. Verkehrsinfrastrukturen verändern sich nicht von heute auf morgen und neue Technologien benötigen ihre Zeit, um den kritischen „point of no return“ zu erreichen. Ein kurzer Seitenblick auf die mühsamen Anstrengungen zur Einführungen der Elektromobilität veranschaulicht dies eindrücklich.

Was sind jedoch die entscheidenden Treiber für die Veränderung wichtiger Randbedingungen, welche die Gesellschaft in den kommenden Jahren entweder aus ihren habitualisierten Mobilitätsmustern herauslocken (sog. Pull-Faktoren) oder sie mehr oder weniger unsanft aus diesen herausdrängen (sog. Push-Faktoren) werden?

Der Artikel „“ in der „Publikation Strassenverkehr Schweiz 2015“ beschreibt die bedeutendsten Pull- und Push-Faktoren. Vor diesem Hintergrund entwickeln derzeit fünf Institute und der Studiengang „Verkehrssysteme“ der School of Engineering der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften unter Leitung des Zentrum für Produkt- und Prozessentwicklung (ZPP) die neue innerstädtische Mobilitätslösung BICAR. BICAR positioniert sich hinsichtlich Funktionsumfang, Komfort und Investitionskosten zwischen dem herkömmlichen Universalfahrzeug Automobil und der Schönwetteroption (E-)Velo. Ausgehend vom Flächen- und Kosten-Footprint eines (E-)Velos wird ein Verkehrsangebot kreiert, dass wettergeschützt und elektrisch angetrieben wie ein Automobil die Bedürfnisse typischer innerstädtischer Verkehre flächensparsam erfüllt.

Tages-Anzeiger-Essay: Zu viel Verkehr schadet der Natur

tagi-essayIn seinem Essay „Warum Ecopop der Umwelt schadet“ für die Wissen-Seite des Tages-Anzeiger vom 1. November 2014 illustrierte Philipp Aerni anschaulich die Denkfehler der Schweizer Ecopop-Initiative. Thomas Sauter-Servaes stimmte in seiner Replik im Tages-Anzeiger vom 15.11. Aerni zwar weitgehend zu, ist jedoch in einem wichtigen Punkt Aerni anderer Ansicht.

Mit der Einschätzung, dass „die Schweiz (…) in relativem Einklang mit der Umwelt lebt.“, liegt Aerni laut Sauter-Servaes falsch. In seiner Antwort „Zu Viel Verkehr schadet der Natur“ zeigt Thomas Sauter-Servaes auf, warum wir in der Schweiz nicht im Einklang mit der Umwelt leben und unsere Mobilität der entscheidende Hebel zum Umsteuern ist. Seine Argumentationskette und die Reaktionen der Leser finden Sie im Detail auf den Webseiten des Tages-Anzeiger.

Vortrag DMK 2014: MobilityOS oder Das Ende der Verkehrsmittelwahl

dmk2014Die Digitalisierung aller Lebensbereiche hat immer stärkere Auswirkungen auf den Mobilitätssektor. Mit der rasanten Verbreitung leistungsstarker Smartphones gewinnen digitale Werkzeuge für die persönliche Mobilitätsplanung schnell an Bedeutung.

Dominierten zunächst simple monomodale Fahrplanauskünfte auf Grundlage statischer Informationen die Online-Auskunftssysteme, basieren die digitalen Mobilitätsassistenten heute zunehmend auf multimodalen Echtzeitdaten und inkludieren erste Ticketing-Services. One-Stop-Shops wie Daimlers moovel machen multimodales Verkehrsverhalten insbesondere in urbanen Räumen zu einer attraktiven Alternative zum Dasein als MIV-Captive.

Das präsentierte Szenario geht von der Annahme aus, dass sich dieser Trend fortsetzen wird und der Funktionsumfang der digitalen Berater wie die Anzahl der integrierten Mobilitätsangebote weiter ansteigen werden. Der entscheidende Evolutionsschritt, der für die nahe Zukunft erwartet wird, ist jedoch der Übergang von nur Verkehrsdienstleistungsangeboten bündelnden Integrator-Services zu auf die individuellen Mobilitätswünsche ausgerichteten Curator-Apps.

Zielvision dieser neuen Assistenzsysteme ist die Reduzierung der gegenwärtigen Informationsflut auf tatsächlich nutzerspezifische Mobilitätslösungen. Dabei lernt der persönliche Kurator aus vorherigem Mobilitätsverhalten, bezieht Wetter- und Terminkalenderinformationen in die Planung ein und achtet auf ein selbstbestimmtes Ziel im Hinblick auf den verkehrsspezifischen Klimafussabdruck. Wer möchte, kann die Verkehrsmittelwahl letztlich vollständig seinem persönlichen Mobilitätsbetriebssystem überlassen – und konzentriert sich auf die wirklich wichtigen Dinge des Lebens.

Schubumkehr – Die Zukunft der Mobilität

schubumkehr_2Ende November erscheint das neue Buch „Schubumkehr – Die Zukunft der Mobilität“ des Mobilitäts- und Zukunftsforschers Prof. Dr. Stephan Rammler. Rammler zeichnet darin das Bild einer Zukunft mit innovativen Technologien, klugen ökonomischen Strategien und einer veränderten politischen Kultur.

Im Futurpedia-Kapitel wird dieses Bild anhand anschaulicher Fallbeispiele konkretisiert. Thomas Sauter-Servaes war massgeblich beteiligt an deren Erstellung.

Weiter Informationen und der Link zu einer Leseprobe finden sich auf dem Verkehrssysteme-Blog der ZHAW School of Engineering.

Cargo-Velo-Camp 2014 – Zukunftsbilder für das Lastenrad

carve_startCargobikes sind inzwischen nicht nur in Fahrradmetropolen wie Copenhagen, Amsterdam oder Münster ein alltäglicher Anblick. Im privaten oder betrieblichen Einsatz sind sie immer häufiger in vielen europäischen Innenstädten zu sehen. Thomas Sauter-Servaes war eingeladen, unter dem Motto „CarVing the Future“ im Rahmen des ersten Cargo-Velo-Camps (CarVe 2014) am 2. September in Bern seine Szenarien vom urbanen Verkehr der Zukunft und die daraus folgenden Rahmenbedingungen für das Cargobike zu präsentieren. Welche Auswirkungen haben beispielsweise Digitalisierung, Downsizing und Do-it-yourself auf den neuen urbanen Mobilitätsbaustein?  Gemeinsam mit internationalen Experten wurden die neuesten Trends rund um das Cargo-Velo diskutiert und welcher Veränderungen es bedarf, um Personen- und Gütertransport in Städten zukünftig nachhaltiger zu gestalten.

Alle weiteren Details zu der Veranstaltung finden Sie unter www.cargo-velo-camp.ch.

World Wide Mobile – Effekte des „digital shift“ auf die Mobilität

difu_plakatJunge Stadtbewohner sind weniger autogebunden. Sie kombinieren flexibel Verkehrsangebote und suchen sich dafür passende Dienste. Auf diese Nachfrage treffen neue Mobilitätsdienstleistungen mit Web- und App-Unterstützung, die den Markt für Verkehrsdienstleistungen nachhaltig beeinflussen. Welche Auswirkungen haben solche Dienste auf die Mobilitätskultur und ÖPNV? Wo sindKommunen zum Handeln gefordert? Müssen sie stärker als bisher Daten öffentlich zugänglich machen oder den Datenschutz stärker wahren?

Im Rahmen der Vortragsveranstaltung „Difu-Dialog“ stellte Thomas Sauter-Servaes die Ergebnisse verschiedener Studien zum Trend neuer, urbaner Mobilitätsdienstleistungen vor und diskutierte diese mit den rund 80 Teilnehmern der Veranstaltung.

cocomo 2014 – Kreative Idee für die Mobilität von morgen

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Im Vorfeld des diesjährigen World Collaborative Mobility Congress 2014 der Mobilitätsakademie fand erstmalig das College for Collaborative Mobility statt. Studierende aus sechs Nationen suchten dabei in einem zweitägigen Workshop nach innovativen Ideen für kollaborative Mobilitätsdienstleistungen. Thomas Sauter-Servaes unterstützte den Workshop in Bern als Supervisor.

Finanziell unterstützt durch die Schweizerische Post AG hatten die Studierenden die Möglichkeit, praxisnahe Konzepte für die Sharing Mobility zu erarbeiten. Am Ende standen drei Gestaltungsansätze, welche die künftigen Verkehrsexperten am zweiten Tag der wocomoco-Veranstaltung den Kongressteilnehmern präsentierten. Vom geteilten Cargobike über ein Social SharedBike Concept bis zur urbanen Interpretation des Netjets-Geschäftsmodells gaben die Studierenden spannende Denkimpulse für die weitere Diskussion.

Mobilitätskuratoren für die Data Natives – Keynote Address anlässlich des UITP Policy Board Meetings

uitp_200_02Im Rahmen des regulären UITP Policy Board Meetings Ende April 2014 in Abu Dhabi war Thomas Sauter-Servaes eingeladen, die Delegierten über die neuesten Services und Forschungen im Themenfeld „Multimodale Mobilitätsdienstleistungen“ zu informieren. Gemeinsam mit Martyn Briggs vom britischen Beratungsunternehmen Frost&Sullivan zeigte er die heutigen Ausprägungen multimodaler Kooperationen auf und skizzierte kurz- bis mittelfristige Entwicklungspfade für ÖV-Unternehmen, Automobilhersteller und Branchen-Newcomer.

Elementare Schlüsselfaktoren multimodaler Dienstleistungen sind die Aspekte „Trusting“ und „Connecting“. Egal ob es sich um professionelle Services oder Peer-to-Peer-Angebote handelt. Gegenwärtig sind unterschiedliche Ausgestaltungen bzw. Umsetzungen dieser Faktoren in multimodalen Mobilitätslösungen zu beobachten. Ausgehend von deren Analyse fokussierte der Vortrag auf die zukünftige Bedeutung von Daten als anteiligem Entgeltsubstitut und den Übergang von Integratoren- auf Kuratoren-Konzepte. Im Anschluss wurden die Ansätze in einer Paneldiskussion mit Experten aus den UITP-Mitgliedsunternehmen intensiv diskutiert.

Gamechanger der Mobilität

t-systems_artikel„Im Bereich Mobilität lassen sich spannende Entwicklungen ausmachen. Ein wichtiger Trend ist sicherlich das Carsharing. Neben den Angeboten der Autohersteller und der Deutschen Bahn haben sich hier auch Peer-to-peer-Konzepte auf Konsumentenebene etabliert. Mithilfe spezieller Online-Plattformen lassen sich problemlos auch Privatautos auf Carsharing-Basis vermieten.

Damit werden Fahrzeuge effektiver genutzt, etwa während langer Stehzeiten. Ein wichtiger Faktor für den Erfolg des Carsharings ist die gute Nutzbarkeit der Angebote: Per App finde ich mein Auto, kann es ohne Schlüssel öffnen, und die Abrechnung funktioniert auch automatisch. Dieser Wunsch nach unkomplizierter Mobilität wird wichtiger, gerade wegen der hohen Smartphone-Nutzung. Das Handy dient dabei als „Personal Travel Assistent“. Eine App zeigt nicht nur den schnellsten Weg, sondern bietet die Möglichkeit, alle Reservierungen, das Rufen eines Taxis oder den Ticketkauf zu erledigen. Langfristig wird so der Besitz eines Autos gerade im urbanen Raum zum Auslaufmodell.“

Den vollständigen Artikel von Thomas Sauter-Servaes  finden Sie im T-Systems-Magazin.